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Bröhan Museum meets Pop Culture: Von Keramikfiguren zu Labubu

6. August 2025

Sammeln liegt wieder im Trend oder vielleicht war es nie wirklich weg. Während früher Porzellanfiguren in Wohnzimmerschränken standen, sind es heute Art Toys wie Labubu, Sonny Angels oder Bearbricks, die weltweit Sammlerherzen höherschlagen lassen. Was hat es auf sich mit dieser Faszination für das Kleine, das Kuriose, das Ästhetische?

Wir werfen einen Blick auf die Kulturgeschichte des Sammelns.

Von Walter Bosse bis Labubu

Ein besonders schönes Beispiel für das Zusammenspiel von Funktionalität und Sammelleidenschaft ist der ikonische Kerzenhalter von Walter Bosse. In den 1920er- und 30er-Jahren entwarf er kleine Tierfiguren aus Messing, die bis heute Kultstatus genießen. Die Objekte sind nicht nur dekorativ, sondern auch funktional und gerade das macht sie so sammelwürdig: Sie verbinden Alltagsästhetik mit individuellem Ausdruck.

Heute erleben wir ein neues Kapitel dieser Tradition. Figuren wie Labubu vom Künstler Kasing Lung oder die weltweit beliebten Sonny Angels stehen in Regalen von Sammler:innen jeden Alters oft liebevoll arrangiert, gehandelt, getauscht. Die sogenannten Art Toys sind längst mehr als Spielzeug: Sie sind Designobjekte, emotionale Erinnerungsstücke und Ausdruck eines generationsübergreifenden Kulturbewusstseins.

Anfang waren sie Nischen-Sammelobjekt durch TikTok sind zu viralen Trendfigur geworden. Die Labubus des chinesischen Herstellers Pop Mart sind schrulligen Wesen mit Knopfaugen und spitzen Ohren. Die Inspiration von den Labubus liegt in Kasing Lung Faszination für nordische Folklore und Mythologie. Ursprünglich wurden sie für die Kinderbuchreihe „The Monsters“ kreiert und kamen 2019 als Figuren vom Spielzeughersteller Pop Mart auf den Markt.

Sammeln als Spiegel der Zeit

Das Sammeln ist viel mehr als nur ein Hobby. Es ist ein kulturelles Phänomen, das sich durch alle Epochen zieht. Ob antike Münzen, seltene Briefmarken, Designklassiker oder eben Art Toys Sammelobjekte spiegeln stets den Zeitgeist wider. Sie erzählen Geschichten von Schönheit, Begehrlichkeit, Identität und oft auch von Nostalgie.

Dabei ist das Sammeln stets im Wandel. Während frühere Generationen noch auf Vollständigkeit einer Sammlung bedacht waren, steht heute oft der persönliche Bezug im Vordergrund: Was berührt mich? Was erzählt meine Geschichte? Warum spricht mich gerade dieses Objekt an?

In einer globalisierten Welt sind diese kleinen Figuren auch Träger von Identität, Verbundenheit und Kreativität.

Die große Frage bleibt: Was macht ein Objekt sammelwürdig? Ist es der materielle Wert, die gestalterische Raffinesse – oder schlicht das persönliche Gefühl, das es auslöst?

Ein Blick in die Zukunft

Vielleicht werden genau diese Art Toys in einigen Jahrzehnten in Museen wie dem Bröhan Museum ausgestellt – als kulturelle Zeugnisse einer Zeit, in der Design, Emotion und digitale Vernetzung neue Formen des Sammelns hervorgebracht haben.

Bis dahin lohnt es sich, die eigene Sammelleidenschaft zu reflektieren:
Was sammle ich – und warum? Was sagen meine Objekte über mich und die Zeit aus, in der ich lebe?

Autorin: Fadila Yassouf