{"id":62,"date":"2019-04-18T06:31:00","date_gmt":"2019-04-18T06:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/decandix-multi.elektrischerwalfisch.de\/decandix-blog\/2019\/04\/18\/im-fokus-josef-hoffmann-sessel-mit-verstellbarer-rueckenlehne-sitzmaschine\/"},"modified":"2022-01-27T12:01:12","modified_gmt":"2022-01-27T11:01:12","slug":"im-fokus-josef-hoffmann-sessel-mit-verstellbarer-rueckenlehne-sitzmaschine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/2019\/04\/18\/im-fokus-josef-hoffmann-sessel-mit-verstellbarer-rueckenlehne-sitzmaschine\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4tze aus der Sammlung \/\/ Josef Hoffmann, Sessel mit verstellbarer R\u00fcckenlehne (\u201eSitzmaschine\u201c)"},"content":{"rendered":"<p>Nicht auf den ersten Blick erschlie\u00dft sich der Entwurf von Josef Hoffmanns \u201eSitzmaschine\u201c. Zun\u00e4chst ist man von der Komplexit\u00e4t beeindruckt, die an eine futuristische Maschine erinnert. Wenn man sich aber auf den Stuhl einl\u00e4sst, erkennt man die simplen geometrischen Formen, die auf verspielte Weise eingesetzt wurden. Ein unvergleichbares M\u00f6belst\u00fcck, dem man sein Alter kaum ansieht. Bis zum 5. Mai 2019 ist das Sitzm\u00f6bel in der Ausstellung:\u201eVon Arts and Crafts zum Bauhaus \u2013 Kunst und Design eine neue Einheit!\u201c im Br\u00f6han-Museum zu sehen.<\/p>\n<p>Das kreative Hirn hinter diesem ausgekl\u00fcgelten Designist Josef Hoffmann. 1870 kam er in Pirnitz, einer deutschm\u00e4hrischen Kleinstadt zur Welt, und interessierte sich alsbald f\u00fcr Architektur und Gestaltung. In seinem 22. Lebensjahr begann er unter der Anleitung Otto Wagners, der einen gro\u00dfen Einfluss auf den jungen Architekten hatte, sein Studium an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Wien. Als Mitbegr\u00fcnder der Wiener Secession (1897)und der Wiener Werkst\u00e4tte (1903), geh\u00f6rt Hoffmann zu den entscheidenden Architekten und Gestaltern des Jugendstils. Mit seinem Hauptwerk, dem \u201ePalaisStoclet\u201c in Br\u00fcssel, schuf er 1911, in Zusammenarbeit mit Gustav Klimt, eines der bedeutsamsten Werke dieser Epoche. Inspiriert von der Formensprache der Glasgow School of Arts und den Innovationen derWiener Werkst\u00e4tte entstand ein Gesamtkunstwerk von beispiellosem Ausma\u00df. Besonders der Balanceakt von Kontrasten, den strengen geometrischen Formen und der charakteristischen Ornamentik des Jugendstils ist bahnbrechend.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit der \u201eSitzmaschine\u201c, die zeitgleich mit den ersten Entw\u00fcrfen f\u00fcr das Palais im Jahr 1905 entstand. Sie erlaubt einen Einblick in das gestalterische Denken Hoffmanns und kann als Vorstufe f\u00fcr das bevorstehende monumentale Werk gesehen werden. Denn zu diesem Zeitpunkt experimentierte der K\u00fcnstler mit der Einfachheit von Elementarformen und deren wohl\u00fcberlegtem Einsatz, um ein harmonisches und \u00e4sthetisch wertvolles Design zu kreieren. Diese Ans\u00e4tze sind klar in der Gestaltung des Stuhles zu erkennen. Die rechteckigen Aussparungenerinnern stark an die architektonische Bauweise des Palais. Primat ist hierbei das Quadrat. Vornehmlich kann man Parallelen zwischen den Fenstern des Geb\u00e4udes und der R\u00fcckenlehne des Stuhles ziehen. Im Gegensatz dazu stehen die weichen Holzkugeln und abgerundeten Ecken, die die H\u00e4rte der geometrischen Strukturausgleichen. Man sollte jedoch bei der eindrucksvollen \u00c4sthetik nicht au\u00dfer Acht lassen, dass der Stuhl ein Gebrauchsgegenstand ist. Durch die verstellbareLehne wird der Nutzer zum bequemen Verweilen eingeladen und damit erf\u00fcllt die<i> <\/i>\u201eSitzmaschine\u201c<i> <\/i>ihren<i> <\/i>elementaren Zweck. Somit schafft das Objekt eine Br\u00fcckezwischen der Abstraktion geometrischer Grundformen und der unabdingbarenZweckm\u00e4\u00dfigkeit als M\u00f6bel. Es bewahrt dabei eine schlichte Sch\u00f6nheit, die schonauf die Entwicklung des Bauhausstils vorausweist. Le Corbusier \u00a0\u00e4u\u00dferte sich in \u201eDie Wiener Werkst\u00e4tte 1903 \u2013 1928\u201c \u00fcber den tiefen Eindruck und die wahre k\u00fcnstlerische Freude, die Hoffmanns Werke bei ihm hinterlie\u00dfen: \u201e[Da] er [Josef Hoffmann], so wie ich, von der \u00dcberzeugung ausgeht, da\u00df das architektonische Werk einen geistigen Inhalt aufweisen mu\u00df, ganz selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt, da\u00df die Forderungen der Zweckm\u00e4\u00dfigkeiterf\u00fclle.[\u2026] In der Geschichte der zeitgen\u00f6ssischen Baukunst, auf dem Weg zu einer zeitgem\u00e4\u00dfen \u00c4sthetik, behauptet Professor Hoffmann einen der leuchtendsten Pl\u00e4tze.\u201c<\/p>\n<p>Text: Maia Ernst<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"731\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280-731x1024.jpg\" alt=\"\" data-id=\"573\" data-full-url=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280.jpg\" data-link=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/2019\/04\/18\/im-fokus-josef-hoffmann-sessel-mit-verstellbarer-rueckenlehne-sitzmaschine\/pq5jtdqst11uryywt_1280\/\" class=\"wp-image-573\" srcset=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280-731x1024.jpg 731w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280-214x300.jpg 214w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280-768x1076.jpg 768w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280-1097x1536.jpg 1097w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jtdQSt11uryywt_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 731px) 100vw, 731px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Josef Hofmann, Sessel mit verstellbarer R\u00fcckenlehne (sog. \u201cSitzmaschine\u201d), um 1905, Br\u00f6han-Museum, Berlin<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jw2FcPT1uryywt_1280.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jw2FcPT1uryywt_1280-1024x681.jpg\" alt=\"\" data-id=\"574\" data-full-url=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jw2FcPT1uryywt_1280.jpg\" data-link=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/2019\/04\/18\/im-fokus-josef-hoffmann-sessel-mit-verstellbarer-rueckenlehne-sitzmaschine\/pq5jw2fcpt1uryywt_1280\/\" class=\"wp-image-574\" srcset=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jw2FcPT1uryywt_1280-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jw2FcPT1uryywt_1280-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jw2FcPT1uryywt_1280-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/pq5jw2FcPT1uryywt_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Palais Stoclet<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-0 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><\/ul><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht auf den ersten Blick erschlie\u00dft sich der Entwurf von Josef Hoffmanns \u201eSitzmaschine\u201c. Zun\u00e4chst ist man von der Komplexit\u00e4t beeindruckt, die an eine futuristische Maschine erinnert. Wenn man sich aber auf den Stuhl einl\u00e4sst, erkennt man die simplen geometrischen Formen, die auf verspielte Weise eingesetzt wurden. Ein unvergleichbares M\u00f6belst\u00fcck, dem<span>&#8230;<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":573,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-62","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1366,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62\/revisions\/1366"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}