{"id":2296,"date":"2026-09-14T12:30:00","date_gmt":"2026-09-14T10:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/?p=2296"},"modified":"2026-09-11T17:02:52","modified_gmt":"2026-09-11T15:02:52","slug":"cesar-klein-zum-150-geburtstag-ein-kuenstler-zwischen-allen-stuehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/2026\/09\/14\/cesar-klein-zum-150-geburtstag-ein-kuenstler-zwischen-allen-stuehlen\/","title":{"rendered":"Cesar Klein zum 150. Geburtstag \u2013 ein K\u00fcnstler zwischen allen St\u00fchlen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 14. September 1876 wurde Cesar Klein in Hamburg geboren. Zum 150. Geburtstag widmet das Br\u00f6han Museum diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen K\u00fcnstler eine umfassende Ausstellung, die sein vielschichtiges Werk erstmals in seiner ganzen Breite vorstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vom Handwerk zur Avantgarde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kleins Weg zur Kunst verlief nicht geradlinig. Auf Wunsch der Eltern absolvierte er zun\u00e4chst eine Lehre als Maler und Lackierer, besuchte danach die Hamburger Kunstgewerbeschule und schlie\u00dflich kurzzeitig die D\u00fcsseldorfer Kunstakademie. Ein Stipendium brachte ihn 1898 nach Berlin, wo er an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums bei Max Seliger studierte. Diese Verbindung von handwerklicher Schulung und k\u00fcnstlerischem Anspruch sollte sein gesamtes Schaffen pr\u00e4gen: Glasmalerei, Buchkunst, Raumgestaltung und freie Malerei behandelte Klein zeitlebens als gleichwertige Ausdrucksformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1901 arbeitete er als Illustrator in der Steglitzer Werkstatt, einem der f\u00fchrenden Zentren der deutschen Buchkunstbewegung. Parallel entstanden erste Entw\u00fcrfe f\u00fcr Glasfenster und Mosaike, unter anderem f\u00fcr die Werkst\u00e4tten von Puhl &amp; Wagner und Gottfried Heinersdorff, deren Zusammenarbeit ihn \u00fcber Jahrzehnte begleiten sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Berlin als k\u00fcnstlerisches Zentrum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Berlin des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts herrschte ein lebhafter Kunstbetrieb. Die Berliner Secession, 1898 als Reaktion auf den akademischen Kunstbetrieb gegr\u00fcndet, war das f\u00fchrende Forum f\u00fcr moderne Kunst in Deutschland. Klein stellte dort 1907 erstmals aus. 1910 geh\u00f6rte er zu den 27 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern, die von der Secessionsleitung aus ihrer Ausstellung ausgeschlossen wurden \u2013 offiziell wegen angeblicher Unruhestiftung. Die Ausgeschlossenen gr\u00fcndeten daraufhin die Neue Secession, die sich rasch zur wichtigsten Plattform des Berliner Expressionismus entwickelte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1912 nahm Klein an der Sonderbundausstellung in K\u00f6ln teil, der bedeutendsten Leistungsschau der europ\u00e4ischen Avantgarde vor dem Ersten Weltkrieg. 1914 geh\u00f6rte er dem Vorstand des Deutschen Werkbundes an und beteiligte sich intensiv an der Werkbundausstellung in K\u00f6ln. Im November 1918 war er Mitbegr\u00fcnder der Novembergruppe, die eine grundlegende gesellschaftliche Erneuerung durch die Kunst forderte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Raumkunst und Theater<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kleins angewandtes Werk machte ihn im Berlin der 1910er und 1920er Jahre zu einer allgegenw\u00e4rtigen Gr\u00f6\u00dfe. Glasfenster, Mosaike und Wandmalereien entstanden f\u00fcr Kinos, Theater, Warenh\u00e4user, Villen und \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude. Sein erstes gro\u00dfes Aufsehen erregte 1913 die expressionistische Ausstattung des Marmorhaus-Kinos am Kurf\u00fcrstendamm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1919 begann Klein eine intensive T\u00e4tigkeit als B\u00fchnenbildner, unter anderem f\u00fcr die Regisseure J\u00fcrgen Fehling und Leopold Jessner. Im selben Jahr lehnte er einen Ruf an das neu gegr\u00fcndete Bauhaus in Weimar ab und \u00fcbernahm stattdessen eine Lehrstelle an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin, die 1924 in eine Professur an den Vereinigten Staatsschulen f\u00fcr Kunst und Handwerk m\u00fcndete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verfolgung und Neubeginn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der nationalsozialistischen Macht\u00fcbernahme 1933 begann f\u00fcr Klein eine Zeit der Repression. Infolge von Protesten des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes wurde er vom Lehramt beurlaubt und erhielt ein Berufsverbot als freier Maler. 1937 wurden seine Werke als \u201eentartet&#8220; diffamiert und aus \u00f6ffentlichen Sammlungen entfernt. Klein zog sich nach Pansdorf in Ostholstein zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Kriegsende erlebte Klein einen k\u00fcnstlerischen Neubeginn. 1946 er\u00f6ffnete die Hamburger Kunsthalle nach dem Krieg mit einer Einzelausstellung seiner Werke wieder. In seinem Sp\u00e4twerk \u00f6ffnete sich Klein zunehmend surrealistischen und abstrakten Tendenzen. Am 13. M\u00e4rz 1954 starb er in Pansdorf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein K\u00fcnstler, der neu entdeckt werden will<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cesar Klein ist bis heute weniger bekannt als viele seiner Zeitgenossen. Das liegt auch daran, dass der gr\u00f6\u00dfte Teil seines Werks \u2013 Glasfenster, Mosaike, B\u00fchnenbilder \u2013 entweder zerst\u00f6rt wurde oder in der Rezeption gegen\u00fcber der freien Malerei lange zur\u00fcckstand. Das Br\u00f6han Museum m\u00f6chte mit dieser Ausstellung dazu beitragen, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren und Klein den Platz in der deutschen Kunstgeschichte zu geben, der ihm zusteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dalinghaus, Ruth Irmgard: Lieber Rhythmus. Cesar Klein (1876\u20131954). Angewandte Kunst, Norderstedt 2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pfefferkorn, Rudolf: Cesar Klein. Die Kunst unserer Zeit, Band 14., Berlin 1962.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autoren: Eva Krassilovska und Natalie Schering<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild: Cesar Klein, nach 1945, Nachlass Cesar Klein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 14. September 1876 wurde Cesar Klein in Hamburg geboren. Zum 150. 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