{"id":21,"date":"2017-06-07T05:41:00","date_gmt":"2017-06-07T05:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/decandix-multi.elektrischerwalfisch.de\/decandix-blog\/2017\/06\/07\/im-fokus-auguste-rodin-le-baiser\/"},"modified":"2020-03-25T13:56:46","modified_gmt":"2020-03-25T12:56:46","slug":"im-fokus-auguste-rodin-le-baiser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/2017\/06\/07\/im-fokus-auguste-rodin-le-baiser\/","title":{"rendered":"IM FOKUS \/\/ Auguste Rodin \u201cLe Baiser\u201d"},"content":{"rendered":"<p><i>Der Kuss<\/i> von Auguste Rodin ist eine der bekanntesten Plastiken der Welt, die in vielen verschiedenen Versionen in unterschiedlichen Materialien existiert und die unz\u00e4hlige Male besprochen, geehrt und nachgeahmt wurde. Heute gilt sie als ikonischeDarstellung von sinnlicher k\u00f6rperlicher Liebe.<\/p>\n<p>Ein Probeguss dieses gefragten Werks, das sich sonst im Pariser Mus\u00e9e Rodin befindet, wird ab dem 15. Juni 2017 in der Ausstellung\u201eKuss. Von Rodin bis Bob Dylan\u201c im Br\u00f6han-Museum zu sehen sein. Als diese Bronze 1904 gegossen wurde, war Auguste Rodin ein angesehener K\u00fcnstler und die erste Version des Werks bereits mehr als zwei Jahrzehnte alt. 1840 in einem Arbeiterviertel geboren, zeigten sich schon fr\u00fch Auguste Rodins au\u00dfergew\u00f6hnliche k\u00fcnstlerische F\u00e4higkeiten. Sein Realismus war jedoch lange kaum gefragt. Erst sp\u00e4t, in den 1880er Jahren, wurde er popul\u00e4r. Ein wichtiger Schritt in seiner Karriere war der Auftrag aus dem Jahr 1880, eine Bronzet\u00fcr f\u00fcr das geplante Mus\u00e9e des Arts Decoratifs in Paris zu entwerfen. Zwar wurde das Mammutprojekt niemals fertiggestellt, jedoch verwendete Rodin Zeit seines Lebens Figuren weiter, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr das Portal gedacht waren, und wandelte so die als Teile einer Gesamtkomposition entworfenen Figuren in eigenst\u00e4ndige Kunstwerke um. Nicht nur <i>Der Kuss<\/i>, auch andere ber\u00fchmte Werke wie <i>Der Denker<\/i> und <i>Adam<\/i> und <i>Eva<\/i> stammten urspr\u00fcnglich aus dem Pfortenentwurf, der die H\u00f6lle aus Dantes <i>G\u00f6ttlicher Kom\u00f6die<\/i> zeigen sollte. Die Figuren aus <i>Der Kuss<\/i> stellen das Liebespaar Paolo Malatesta und Francesca da Rimini dar. Francesca verliebt sich in ihren Schwager Paolo bei der gemeinsamen Lekt\u00fcre eines Artusromans. Sie k\u00fcssen sich, werden von Francescas Ehemann ertappt und get\u00f6tet und werden letztendlich in die H\u00f6lle verbannt. Die Plastik zeigt den Moment kurz vor oder nach dem verbotenen Kuss.<\/p>\n<p>Die erste Version des Kusses war ein Terracotta-Modell von 1882. In dieser Version scheint Paolo widerspenstiger, Francesca scheint den Kuss von ihm einzufordern. Bereits das erste Bronzemodell aus dem gleichen Jahr ist gegl\u00e4tteter, harmonischer. Trotzdem ist <i>Der Kuss<\/i> kein echter Kuss \u2013 die beiden K\u00fcssenden ber\u00fchren sich nicht. Auguste Rodin eigen war, dass er bereits Entw\u00fcrfe als eigenst\u00e4ndige Kunstwerke betrachtete. W\u00e4re f\u00fcr andere K\u00fcnstler also der erst Bronzeguss das urspr\u00fcngliche Werk, kann man bei Rodin bereits die Terracotta-Version als Original betrachten. In den ersten Jahren fand <i>Der Kuss<\/i> nur wenig Anklang. Er tourte ab 1887 um die Welt und war in mehreren amerikanischen und europ\u00e4ischen St\u00e4dten zu sehen. Dabei war er hochumstritten. Oft blieb er hinter einem Vorhang verborgen und nur erwachsene, m\u00e4nnliche Betrachter durften hinter den Vorhang blicken. Die \u00f6ffentliche Meinung \u00e4nderte sich schlie\u00dflich 1898, als eine leicht vergr\u00f6\u00dferte Marmorversion der Plastik in Paris ausgestellt wurde. W\u00e4hrend sie all die Jahre zuvor f\u00fcr S\u00fcndhaftigkeit und Laster stand, wurde sie nun von der \u00d6ffentlichkeit als Sinnbild f\u00fcr Erotik und inniger Liebe gefeiert. Die Plastik war inzwischen losgel\u00f6st von ihrem urspr\u00fcnglichen ehebrecherischen Inhalt und einerallgemeineren, symbolhafteren Deutung gewichen.<\/p>\n<p>Das Modell, das im Br\u00f6han-Museum ausgestellt wird, ist aus dem Jahr 1904. Es ist die vierte Verkleinerung in Bronze und ein sogenanntes Chefmodell, also der erste Probeguss, von dem die Reproduktionen abgegossen werden. Deutlich erkennbar ist, dass das Modell aus mehreren Teilen zusammengesetzt wurde. Im Vergleich zu den sp\u00e4teren Abg\u00fcssen ist hier die Detailtiefe noch besonders ausgepr\u00e4gt. \u00a0In der Ausstellung \u201eKuss. Von Rodin bis Bob Dylan\u201c ist diese Darstellung der \u00e4lteste plastische Kuss. Viele weitere K\u00fcsse, bis hin zu Johannes Wei\u00df\u2018 Plastik \u201eAltair\u201c aus dem Jahr 2017 zeigen, wie interessant der Kuss f\u00fcr plastisch arbeitende K\u00fcnstler war und bis heute ist. \u00a0<\/p>\n<p>Text: Simon H\u00e4user<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu Rodins<i> Der Kuss<\/i> finden Sie in den Ausstellungskatalogen:<\/p>\n<p>Bonnet, Anne-Marie (Hg.): Auguste Rodin. Der Kuss &#8211; Die Paare, M\u00fcnchen 2006.<\/p>\n<p>Hoffmann, Tobias (Hg.): Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan, K\u00f6ln 2017.<\/p>\n<p>June 7th, 2017 5:41am Kiss Kuss Rodin DerKuss SimonH\u00e4user Simon H\u00e4user<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or688oZeMW1uryywt_640.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"594\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or688oZeMW1uryywt_640.jpg\" alt=\"\" data-id=\"843\" data-full-url=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or688oZeMW1uryywt_640.jpg\" data-link=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/2017\/06\/07\/im-fokus-auguste-rodin-le-baiser\/or688ozemw1uryywt_640\/\" class=\"wp-image-843\" srcset=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or688oZeMW1uryywt_640.jpg 594w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or688oZeMW1uryywt_640-223x300.jpg 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 594px) 100vw, 594px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\"> <em>George Charles Beresford\u00a0\u201cAuguste Rodin\u201d [Public domain], via Wikimedia Commons<\/em> <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or6820rcdb1uryywt_1280.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or6820rcdb1uryywt_1280-768x1024.jpg\" alt=\"\" data-id=\"844\" data-full-url=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or6820rcdb1uryywt_1280.jpg\" data-link=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/2017\/06\/07\/im-fokus-auguste-rodin-le-baiser\/or6820rcdb1uryywt_1280\/\" class=\"wp-image-844\" srcset=\"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or6820rcdb1uryywt_1280-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or6820rcdb1uryywt_1280-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or6820rcdb1uryywt_1280-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/or6820rcdb1uryywt_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kuss von Auguste Rodin ist eine der bekanntesten Plastiken der Welt, die in vielen verschiedenen Versionen in unterschiedlichen Materialien existiert und die unz\u00e4hlige Male besprochen, geehrt und nachgeahmt wurde. Heute gilt sie als ikonischeDarstellung von sinnlicher k\u00f6rperlicher Liebe. Ein Probeguss dieses gefragten Werks, das sich sonst im Pariser Mus\u00e9e<span>&#8230;<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":844,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-21","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":846,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21\/revisions\/846"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/844"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.broehan-museum.de\/broehan-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}