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Silberschmiede
Jean Puiforcat
Terrine, 1937
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Um 1925 hatte
der bei seinem Vater ausgebildete Pariser Silberschmied
Jean-Emile Puiforcat (1897-1945) seine individuelle künstlerische
Handschrift gefunden. Die Arbeiten im neuen Stil wurden
auf der Pariser Ausstellung "Arts Décoratifs et Industriels
Modernes" in dem von Jacques-Emile
Ruhlmann gestalteten Pavillon "Hotel d' un collectionneur"
gezeigt. Puiforcat hatte jegliches Ornament aus seinen Arbeiten
verbannt, glatte Flächen wurden bevorzugt. Diese Silberobjekte
entsprachen dem Stil einer neuen Generation, die ein hohes
handwerkliches Ideal mit der Faszination des "Maschinenzeitalters"
zu verbinden suchte. Anläßlich einer Ausstellung im Musée
Galliera, Paris 1929, bezog Puiforcat Stellung zu dieser
diffizilen Kernfrage: "Wir leben in einem Jahrhundert
der Wissenschaften und es wäre ganz erstaunlich, wenn es
keine Spuren hinterließe. Es ist ganz logisch, daß wir auch
ohne es zu wollen auf die Maschine zurückkommen. Gleiches
Material heißt gleiche Sorgfalt in der Nutzung. Bei den
Maschinen gibt es nichts Überflüssiges.
In der Silberschmiedekunst gibt es nichts, das nicht nützlich
wäre – nicht nur vom Standpunkt des Gebrauchs. Die Silberschmiedekunst
teilt sich mit der Maschine das schön polierte Metall. Aber
es wäre unsinnig, eine Teekanne wie einen Kolben zu gestalten
oder ein Marmeladengefäß wie einen Vergaser zu formen. Die
Silberschmiede haben sogleich erkannt, daß sie der Maschine
nicht das abverlangen konnten, was sie mit der Hand erreichten.
Und diese sorgfältige und saubere Arbeit brachte ein unerwartetes
Ergebnis:
die Wiedergeburt des Handwerklichen".
Durch die Kombination
mit exotischen Hölzern, mit Schmucksteinen, Elfenbein, Lapislazuli
erhielten die Arbeiten Puiforcats einen extremen Luxuscharakter.
Die Korpusstücke weisen fast immer eine ungewöhnliche Plastizität
auf, der Samowar in diesem Service wird fast zu einem abstrakten
Gegenstand.
Jean E. Puiforcat gilt
als einer der bedeutendsten Silberschmiede des 20. Jahrhunderts.
Ähnlich wie Georg Jensen in Kopenhagen prägte er nachdrücklich
die Silberkunst seiner Zeit.
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© 2008 Bröhan-Museum | Bronze-Figur: Agathon Léonard, Danseuse au
bracelet (Tänzerin mit Armband), um 1900, Bronze, goldpatiniert,
Susse Frères, Paris | Abb.: Karl Hagemeister, Mohnfeld, 1875, Gouache
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