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Newsletter bestellen Hector Guimard
Buffet, 1899/1900

    Der Architekt Hector Guimard (1867-1942), einer der wichtigsten französischen Art Nouveau-Künstler, erhob das Postulat der untrennbaren Einheit von Architektur, Möbeln und dekorativem Zubehör. Ab 1895 waren eine Reihe von Häusern entstanden, in denen Guimard seine Vorstellungen verwirklichen konnte. In einem Mappenwerk, L' Art dans Habitation Moderne, 1898, dokumentiert Guimard die Entwürfe und Arbeiten für seinen ersten großen Auftrag, für das Castel Beranger, Rue La Fontaine 60, Paris, und legt darin auch bekenntnishaft sein künstlerisches Credo von der organischen Einheit der Architektur und Raumkunst dar. Guimards Gestaltungswille ließ kein Element des täglichen Lebens aus, kein Detail erschien unwichtig.

Zu den bevorzugten floralen Motiven des frühen Art Nouveau gehören die Seerosen. Die dekorative Schönheit ihrer Blüten, der schwankende, bewegte Standort auf dem Wasser und die sagenumwobene, geheimnisvolle Herkunft ließen sie besonders geeignet für die Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts erscheinen. Seerose und Lotus gehören zur selben botanischen Pflanzenfamilie der primitiven Ranalen und verdeutlichen einen ursprünglichen, einer frühen Entwicklungsstufe angehörenden Zustand. Auch hieraus ergab sich für die Künstler des Art Nouveau eine eigenartige Faszination, die sich aus der Vorliebe für das Irrationale, Unbewußte und Dunkle der menschlichen Natur herleitete. Das Buffet mit Seerosen wurde für das Speisezimmer der Stadtvilla Castel Henriette in Sèvres, Rue des Binelles, geschaffen, deren Planung im August 1898 begann. Die weit ausschwingenden Seerosenstengel, die in den charakteristischen Blättern enden, geben dem Möbel eine eindringliche Beseelung.


© 2008 Bröhan-Museum | Bronze-Figur: Agathon Léonard, Danseuse au bracelet (Tänzerin mit Armband), um 1900, Bronze, goldpatiniert, Susse Frères, Paris | Abb.: Karl Hagemeister, Mohnfeld, 1875, Gouache auf Pappe | Webdesign unicom-berlin.de