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Newsletter bestellen Dominique, Paris
Damen-Schreibsekretär mit Sessel, um 1922

    Das Einrichtungsatelier Dominique, 1919 von dem Innenarchitekten André Domin (1883-1962) und dem Kunstschriftsteller Marcel Genevrière (1885-1963) gegründet, etablierte sich in Paris als ein exklusives Haus und war ein prägnantes Beispiel für die bereits kurz nach Kriegsende einsetzende Luxusproduktion des französischen Art Deco. Dominique beteiligte sich an den Ausstellungen des Artistes Décorateurs (SAD) und dem Salon d' Automne (Herbstsalon) in Paris, 1925 nahmen sie an der großen Leistungsschau der angewandten Kunst, der "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes" teil, die dem Art Deco seinen Epochennamen gab.
Die hybride, züngelnde Formensprache des Art Nouveau war so sehr vom Zeitgeist der Jahrhundertwende bestimmt, daß das folgende Jahrzehnt bereits davon Abstand nahm. Um 1920 zeigte auch die angewandte Kunst Tendenzen der abstrakten, geometrisierenden Kunst. Dekorative, aber fast erstarrte Schmuckelemente, gebrochene zickzackartige Linien wurden zum Kennzeichen der "années 20".
Die eleganten, aus Holz gefertigten, oftmals preziös wirkenden Möbel, die zum Erfolg des Hauses Dominique beitrugen, weisen eine schlichte Formensprache auf. Die Raffinesse und Besonderheit dieser Arbeiten ergibt sich erst durch ein genaueres Studium. Besondere Details bei diesem Sekretär sind die vielen kleinen Schübe im Inneren, die kannelierten Möbelbeine, die zudem Silberschuhe haben, und die Verwendung von Galuchat auf der Vorder- und Innenseite der Schreibplatte. Dieses lederartige Material aus der Haut eines exotischen Fisches zeichnet sich durch eine interessante Pigmentierung und große Festigkeit aus. In der extravaganten Möbelkunst der 20er Jahre wird Galuchat mit Vorliebe verwendet: Es ist exotisch, ausgefallen und von natürlicher dekorativer Abstraktion.


© 2008 Bröhan-Museum | Bronze-Figur: Agathon Léonard, Danseuse au bracelet (Tänzerin mit Armband), um 1900, Bronze, goldpatiniert, Susse Frères, Paris | Abb.: Karl Hagemeister, Mohnfeld, 1875, Gouache auf Pappe | Webdesign unicom-berlin.de