
Walter Leistikow, Ziehende Schwäne
bei untergehender Sonne, o. J., Öl/Lw.,
(c) Privatbesitz

Walter Leistikow, Grunewaldsee,
1895, Öl/Lw.,
(c) Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie,
Foto: Karin März
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Mit Stimmungslandschaften
– Gemälde von Walter Leistikow präsentiert das Bröhan-Museum
eine Ausstellung, die das Werk eines der wichtigsten Künstler
der Berliner Secession in all seinen Facetten beleuchtet.
Die Ausstellung, die anlässlich von Leistikows 100. Todestag
im Jahr 2008 eigens konzipiert wurde, zeigt anhand von über
90 Exponaten sein vielfältiges künstlerisches und kulturpolitisches
Wirken. Ausgangspunkt ist der hochrangige Bestand des Bröhan-Museums
an Werken Walter Leistikows. Die Leihgaben - Gemälde, Grafik
sowie Kunsthandwerk - stammen aus bedeutenden internationalen
und nationalen Museen und Privatsammlungen.
Geboren am 25. Oktober 1865 in Bromberg/Bydgoszcz (heute
Polen), lebte Leistikow seit 1883 in Berlin und besuchte,
allerdings nur für sechs Monate, die Königliche Kunstakademie.
Sein künstlerisches Thema ist die heimatliche Umgebung mit
der Schönheit der märkischen Kiefern- und Seenlandschaft,
die er in seinen Gemälden zum Teil in stilisierender, abstrahierender
Weise gestaltet. Walter Leistikow war einer der maßgeblichen
Wegbereiter der modernen Kunst in Deutschland, speziell
in Berlin. Als engagierter Vertreter für die nationale moderne
Kunst gehörte er 1892 zu den Gründungsmitgliedern der oppositionellen
Künstlergruppe „Die XI“, die sich unter seiner und der Führung
von Max Liebermann gegen die reglementierende Ausstellungspolitik
der Akademie richtete. Reisen nach Paris und Skandinavien
führten zur fruchtbaren Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen
Malerei, zunehmende Erfolge mit seinen melancholischen märkischen
Landschaften brachten Leistikow nationales und internationales
Renommee. Eine entscheidende Rolle spielte er 1898/99 bei
der Gründung der Berliner Secession, deren Ziel es war,
der zeitgenössischen modernen Kunst eine angemessene Öffentlichkeit
zu ermöglichen. Seine weitreichenden Beziehungen, die er
zu den nordischen Künstlern wie auch nach Frankreich und
zu den deutschen Intellektuellen und Literaten unterhielt,
prädestinierten ihn für eine Mittlerfunktion der Moderne
in der Reichshauptstadt Berlin. Der frühe Tod Leistikows,
der sein Leben als Vorkämpfer, Wegweiser und unermüdlicher
Organisator der deutschen Künstlerschaft gewidmet hatte,
löste 1908 allgemeine Erschütterung aus.
Wie zahlreiche Maler der Generation um 1900 zeigte Leistikow
auch Interesse für andere Gebiete der Kunst. Neben seinem
malerischen Werk entstand ein grafisches Œuvre. Die Tendenz
zu Flächigkeit und Vereinfachung der Form ließ ihn darüber
hinaus prädestiniert erscheinen für den Entwurf von modernen
Bildteppichen, eine Kunstform, die sich in der Raumkunst
um 1900 besonderer Wertschätzung erfreute. Das ganze Spektrum
der künstlerischen Äußerungen Leistikows ist in der Ausstellung
im Bröhan-Museum zu sehen.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog
mit neuen Forschungsergebnissen. Die Ausstellung wurde ermöglicht
durch eine Zuwendung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie
Berlin.

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