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Dame mit Fächer, Paul Scheurich,
1929, Meissen

Schale
"Der Frühling", Rudolf Hentschel (?), 1898, Meissen
Odaliske
mit Harlekin,
Paul Börner, 1913, Meissen
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Mit der Kabinettausstellung „Merci Meissen. Jugendstil-
und Art Deco-Porzellan“ gratuliert das Bröhan-Museum der
ältesten Porzellan-Manufaktur in Europa, der Königlichen,
nach 1918 Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen zum 300jährigen
Jubiläum. In der ca. 60 Objekte umfassenden Schau aus eigenem
Bestand wird speziell die Zeit des Jugendstil und Art Deco
in Meissen gewürdigt. Die Kabinettausstellung wird in der
Dauerausstellung durch weitere Arbeiten der bedeutendsten
Porzellan-Manufakturen dieser Epoche ergänzt, so dass das
Bröhan-Museum im „Porzellanjahr“ 2010 einen umfangreichen
Überblick über die Porzellankunst zwischen 1900 und den
1930er Jahren zeigen kann.
Die Erfolgsgeschichte des „weißen Goldes“ in der westlichen
Welt begann mit der Erfindung des europäischen Hartporzellans
in Meissen und Dresden durch Johann Friedrich Böttger (1682-1719)
und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651-1708) sowie
der Gründung der ersten Porzellan-Manufaktur 1710 auf der
Albrechtsburg in Meissen. Porzellane aus Meissen wurden
zu begehrten Luxusobjekten und viele Porzellanhersteller
versuchten, Stil und Techniken der sächsischen Manufaktur
nachzuahmen. Die für den Jugendstil typische organische
Formensprache zeigte sich auch in den Meissener Servicen
und Vasen. Gefäßformen und Dekoration wurden dabei in Bezug
zueinander gebracht, wobei Anregungen aus dem ostasiatischen
Raum umgesetzt wurden. Nach 1904 entstand vor allem im Bereich
der figürlichen Plastik Beachtliches im neuen Stil, wie
beispielsweise die Modedamen von Konrad Hentschel und Theodor
Eichler oder die Tierfiguren von Paul Walther und Otto Pilz
belegen. Es kam auch verstärkt zur Zusammenarbeit mit bedeutenden
externen Entwerfern wie Henry van de Velde oder Richard
Riemerschmid.
In den 1920er Jahren setzte man die Kooperation mit namhaften
Künstlerpersönlichkeiten wie Ernst Barlach, Gerhard Marcks
oder Max Esser fort. Die prägende Persönlichkeit innerhalb
der Manufaktur in dieser Zeit war jedoch der Diplom-Ingenieur
Max Adolf Pfeiffer (1875-1957), der 1918 die Leitung übernahm.
In der so genannten „Pfeifferzeit“ wurde die spezielle Marke
der gekreuzten Schwerter mit dem Punkt zwischen den Schwerterspitzen
verwendet (1924-1934). Kennzeichnend für diese Phase war
eine geschickte Verbindung von künstlerischen und wirtschaftlichen
Interessen. Vor allem die außergewöhnlichen Entwürfe des
Porzellanbildners Paul Scheurich hoben die Meissener Porzellan-Manufaktur
auf höchstes internationales Niveau.
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