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Zuckerstreuer,
Emmy Roth, 1927, Privatbesitz, Bremen

Kaffee- und Teeservice, Emmy
Roth, um 1930/31, Jüdisches Museum Berlin
Schmuckanhänger,
Paula Straus, 1924/25, Privatbesitz
Büste, Martha Flüeler Haefeli,
1935(?), Privatbesitz, Zürich
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In der Ausstellung sind etwa 150 seltene Silber- und Goldschmiedearbeiten
zu sehen, die ausschließlich von Künstlerinnen gestaltet
wurden. Die Objekte stammen von Museen, Privatsammlern sowie
aus dem Bestand des Bröhan-Museums. Der zeitliche Schwerpunkt
liegt bei den Zwanziger Jahren. Erstmals werden hier interessante
Frauenpersönlichkeiten aus dem deutschen Sprachraum vorgestellt,
die zwischen den beiden Weltkriegen den Beruf der Silberschmiedin
ergriffen, eine Werkstatt gründeten oder auch Anstellungen
in bedeutenden Silberwarenfabriken fanden. Neben Paula Straus,
Emmy Roth und anderen gehören auch die ersten Frauen dazu,
die überhaupt eine Meisterprüfung als Gold- bzw. Silberschmiedin
ablegten: Marga Jess 1912 in Deutschland, Martha Flüeler-Haefeli
1923 in der Schweiz und Eilfriede Berbalk 1924 in Österreich.
In der vom Badischen Landesmuseum in Karlsruhe übernommenen
und auf neuesten Forschungsergebnissen beruhenden Ausstellung
wird deutlich, dass sich Frauen in dem traditionell von
Männern dominierten Handwerkszweig der Gold- und Silberschmiedekunst
zu behaupten wussten. Viele der Entwürfe zeugen von einer
eigenwilligen persönlichen Handschrift und großem technischen
Geschick.
Biografien zu den einzelnen Gestalterinnen
geben Einblick in den historischen Kontext, in dem die Silberarbeiten
entstanden sind. Dazu zählt auch der tiefe Einschnitt und
irreparable Schaden, den die Machtergreifung der Nationalsozialisten
1933 für die künstlerische Entwicklung in Deutschland bedeutete.
Die jüdischen Künstlerinnen Emmy Roth und Paula Straus waren
unmittelbar betroffen: Emmy Roth emigrierte und nahm sich
1942 in Tel Aviv das Leben; Paula Straus wurde 1943 in Auschwitz
ermordet.
In den Zwanziger Jahren erfreute sich das Kunsthandwerk
allgemein großer Beliebtheit. Hierin findet die Reformbewegung
des Jugendstils ihre Fortsetzung, die der angewandten Kunst
– und damit der künstlerischen Sublimierung des Alltags
– einen gleich hohen Rang eingeräumt hatte wie der Bildenden
Kunst.
Dass gerade Frauen sich in den verschiedenen Sparten des
Kunsthandwerks betätigten, hatte allerdings auch praktische
Gründe: Künstlerinnen waren offiziell erst seit 1919/20
an deutschsprachigen Akademien zugelassen und konnten auch
danach nur sehr schwer als Malerinnen, Bildhauerinnen oder
Architektinnen Fuß fassen. Das Kunsthandwerk bot ihnen noch
am ehesten eine berufliche Perspektive.
Die Ausstellung FrauenSilber verdeutlicht, wie
kreativ die Silberschmiedinnen der 1920er/30er Jahre waren,
zu welch vielfältigen, teilweise überraschend modernen Formen
und Dekoren sie fanden, aber auch, welches Maß an persönlichem
Durchsetzungsvermögen ihre künstlerische Tätigkeit erforderte.
Es findet ein umfangreiches
Rahmenprogramm, mit Führungen, Konzert, Vortrag
statt
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