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Maschinenarbeit und
Industrieproduktion haben auch zu einer neuen Auffassung
vom Schönen geführt, zu einer Ästhetik des technischen Zeitalters.
Seit der Gründung des Deutschen Werkbunds 1907 wurden diese
Gestaltungsprinzipien öffentlich wirksam, am klarsten sind
sie mit dem Begriff Bauhaus-Stil zu benennen. Das Bauhaus,
1919 in Weimar gegründet und 1925 nach Dessau umgezogen,
war eine Kunstschule neuen Typs, sein Gründer und Direktor
Walter Gropius wollte Technik und Kunst zu einer neuen Einheit
verbinden. Der Künstler mußte bereit sein, in die Industrie
zu gehen, und Muster schaffen, die für die Serienproduktion
geeignet waren.
Kunst und Industrie
Am erfolgreichsten wurde dieser Weg von Wilhelm Wagenfeld
beschritten. Im Laufe seines langen Lebens (1900-1990) entstanden
hunderte von Gebrauchs-gegenständen, die man täglich in
die Hand nimmt: |
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Tassen, Teller, Gläser,
Bestecke. Einfach, praktisch und schön waren sie, ohne unnützen
Zierat, keiner Mode zu Diensten, fern jeglichem Streben nach Originalität.
Als künstlerischer Leiter der Vereinigten Lausitzer Glaswerke in
Weißwasser seit 1935 hatte Wagenfeld die von seiten der Industrie
aus Interesselosigkeit und Unverständnis nur selten gebotene Möglichkeit,
die gesamte Produktion dieses damals größten europäischen Glaskonzerns
nach und nach auf ein Niveau zu heben, wie das mit derartiger Konsequenz
ein zweites Mal erst wieder seit 1955 von der Firma Braun verwirklicht
wurde.
Von vergleichbarer Bedeutung war der Architekt Hermann Gretsch. Aus einer der bürgerlichen Kultur des Biedermeier verpflichteten, der Tradition eines heimatverbundenen Bauens verbundenen Gesinnung heraus fand er zu einer zweckmäßigen, harmonischen Gestaltung des Hausgeräts, Geschirr aus Porzellan und Steingut, Trinkgläsern, Bestecken, die bis weit in die Nachkriegszeit und über seinen Tod 1950 hinaus einen erheblichen Einfluß ausübte. Ähnlich wie bei Wagenfeld fand Gretsch die Basis für sein Schaffen in der künstlerischen Verantwortlichkeit für die Produktion der Porzellanwerke des Kahla-Konzerns, vor allem der Porzellanfabrik Arzberg.
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© 2008 Bröhan-Museum | Bronze-Figur: Agathon Léonard, Danseuse au
bracelet (Tänzerin mit Armband), um 1900, Bronze, goldpatiniert,
Susse Frères, Paris | Abb.: Kanne,
um 1926, Deutsche Werkstätten AG, Hellerau |
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