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Kunstperioden 1889-1939
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Kunstperioden 1889–1939 Art Deco

Leuchter, Reimann-Schule, Klasse Heubler, um 1930 Im Jahre 1925 wurde eine Ausstellung in Paris unter dem Namen "Exposition Internationale des Arts Décoratifs" durchgeführt, deren Name später für den dort vorherrschend gezeigten Stil übernommen wurde: "Art Déco". Die Ausstellung ging zurück auf eine Initiative führender französischer Künstler, die 1901 die "Société des Artistes Décorateurs" gegründet hatten, und war ursprünglich, durch den Krieg verzögert, schon für 1915 geplant.

Dem Art Deco fehlt ein zugrundeliegendes Stilmerkmal oder eine stilbildende Anschauung. Vielmehr handelt es sich, inmitten des allgemeinen Aufbruchs der "Klassischen Moderne", um eine gestalterische Verbindung von Eleganz der Form, Kostbarkeit des Materials, Intensität der Farben und Sinnlichkeit desThemas. Alles das war schon im Jugendstil angelegt - vor allem im französischen, wo man im Überflüssigen das Notwendige sah: "le superflu – chose la plus nécessaire".

Eine Wurzel des Art Deco lag in der Gründung der Wiener Werkstätte durch die Secessionskünstler Josef Hoffmann und Koloman Moser und den Bankier Fritz Wärndorfer im Jahre 1903. Ihrerseits beeinflußt durch die geradlinigen Formen des englischen und schottischen Jugendstils um Charles Robert Ashbee und Charles Rennie Mackintosh, nahmen Hoffmann und Moser mit ihren orthogonalen Entwürfen für elegante Inneneinrichtungen vieles von dem vorweg, was noch in den späten 20er und 30er Jahren als modern gelten konnte. Mit dem Eintritt von Dagobert Peche im Jahre 1915 war der Weg der Wiener Werkstätte hin zum Art Deco endgültig festgelegt.
Das Zentrum des Art Deco war jedoch ohne Zweifel Paris. Die großen Couturiers wie Jacques Doucet und Paul Poiret gaben durch neuartige Modeentwürfe die Vorgaben und wirkten vor allem mäzenatisch durch ihre Sammlungen und die Vergabe von Inneneinrichtungs-Aufträgen. Seine Anregungen bezog der Art Deco aus allen – auch den ihm entgegengesetzten – Strömungen der Moderne, die in Paris wie an keinem anderen Ort gebündelt waren: die Farben der Fauves um Henri Matisse; das Aufsplittern der Formen im Kubismus von Braque und Picasso; die Verehrung der Maschine durch die Futuristen um Umberto Boccioni; und sogar den auf Ornament verzichtenden Funktionalismus.

Paul Iribe und andere führten den Art Deco in den USA ein, wo er sich über die Architektur, das Musical und den Film rasch entfaltete. In Frankreich selbst wurde der Stil nicht nur über umfassende Ausstellungen, sondern über neugegründete Einrichtungshäuser und die Entwurfsabteilungen einiger Warenhäuser wie Desny, Dominique und die Société DIM (Décoration Intérieure Moderne) verbreitet. Bei den qualitätvollsten Werken, etwa solchen des größten französischen Möbelentwerfers und Perfektionisten Jacques-Emile Ruhlmann, oder jenen der Silberschmiede Jean Puiforcat und Tétard, hält sich die Ornamentierung zugunsten klarer Formen und der reinen Oberflächenwirkung der Materialien zurück. Bei Porzellan- und Keramikdekoren, Stoffen, Plakaten und auch bei Bucheinbänden kontrastieren starke, reine Farben miteinander.

Dem Art Deco bereitete der Zweite Weltkrieg in Europa ein jähes Ende; die Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit war solchem Luxus nicht gemäß. Am ehesten überdauerte der Stil in den USA, vor allem in Hollywood und New York, und floß dort auch in das Design der 50er Jahre mit ein.


© 2008 Bröhan-Museum | Bronze-Figur: Agathon Léonard, Danseuse au bracelet (Tänzerin mit Armband), um 1900, Bronze, goldpatiniert, Susse Frères, Paris | Abb.: Terrine auf Untersatz, 1929, Silber, Marmor, Eichenholz, Lapparra, Paris | Webdesign unicom-berlin.de