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Spiegel mit Frauenkopf
Entwurf Franz Hagenauer, um 1930
Werkstätten Hagenauer, Wien
Messing, z.T. rot lackiert und Spiegelglas
Inv. Nr. 95-909
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Kunstwerk
des Monats März
Das Kunstwerk des Monats März fügt sich thematisch in den
Kontext der am 20.03.2010 beginnenden Sonderausstellung
„Sport und Mode in Italien um 1930 – Zeichnungen von Ottorino
Mancioli“ ein.
Die überlängten Gliedmaße und das länglich ovale Frauengesicht,
die den Rahmen des Spiegels von Franz Hagenauer (1906-1986)
bilden, finden ihre Parallelen in den Figuren Ottorino Manciolis
(1908-1990). Die Körperlichkeit des Sports sowie das Körperbewusstsein
und die Äußerlichkeit der Welt der Mode lassen an Oberflächlichkeit
und Eitelkeit denken. Auch der Spiegel mit Frauenkopf variiert
das Thema der „Vanitas“. Das reale, aber flüchtige Spiegelbild
des Betrachters wird konfrontiert mit der montierten Maske.
Franz Hagenauer studierte an der Kunstgewerbeschule Wien
und trat 1926 in die Firma seines Vaters, die „Werkstätten
Hagenauer“, ein. Die Werkstätten, 1898 von dem Ziseleur-
und Gürtlermeister Carl Hagenauer in Wien gegründet, waren
zunächst auf die Herstellung von Repliken antiker Bronzeplastiken
und Jugendstilfiguren spezialisiert. Zusammen mit seinem
Bruder Karl Hagenauer, der seit 1919 ebenfalls in den Werkstätten
tätig war, schuf Franz Hagenauer in den 1920er Jahren einen
unverwechselbaren Stil der figürlichen Metallgestaltung.
Auf der Mailänder Triennale 1936 wurden die Werkstätten
Hagenauer mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet, auf der
Internationalen Ausstellung Paris 1937 mit einem Grand Prix.
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